Sonntag, 5. Dezember 2010

Das Zeitalter der Aufklärung war gestern!?

"Wenn Du Deinen Teller nicht leer isst, scheint Morgen die Sonne nicht." - diese Argumentationskette wirkt auf ein Kind mit mangelndem Wissenskenntnissen sehr beeindruckend. Bei einem aufgeklärten und gebildeten Erwachsenen dürften solche Sätze lediglich ein Schmunzeln hervorbringen. Doch das Gegenteil scheint der Fall!?

In den vergangenen Tagen nehme ich in der "erwachsenen Welt" vermehrt diese - zum Teil abstrusen - Argumentationsketten wahr. Es werden kausale (Un-)Sinnsätze produziert, die die Komplexität der Zusammenhänge ausblendet und - ohne erkennbares Ziel - einfach nur Stimmung machen möchten.

"Wenn die Grünen die Landtagswahl gewinnen, wird es kein S21 geben."

"Wenn Du Bioprodukte isst, ernährst Du Dich gesünder."

"Der Wetten-Dass-Unfall Dank GEZ-Zwangsabgabe."

Diese Sätze werfen uns mental zurück - noch vor das Zeitalter der Aufklärung. Manche Ursachen und Sinnzusammenhänge sind nicht in ein "Schwarz-Weiß"-Marketingdenken zu pressen, sondern sind es wert, tiefgründiger hinterfragt zu werden.

Liebe MitbürgerInnen, wacht auf uns und beginnt Euch bitte mit der komplexen Welt mit Euerm Verstand zu widmen. Es gibt viel gemeinsam zu entdecken und zu verändern.

Ein Update (19. September 2012):  Nach Lektüre von Manfred Spitzers "Digitale Demenz", ein "Schatz" von kausalen (Un-)Sinnsätzen, fühlte ich mich an diesen Blogpost erinnert. Spitzer verwässert mit seinem Schreibstil seine eigentliche Botschaft - Chance vertan!?

Dienstag, 30. November 2010

Die S21-Schlichtung ist beendet. Der Schlichterspruch gesprochen. Mein Fazit.

1. Eine "Entweder-Oder"-Entscheidung kann ich leider nicht fällen, da sich die S21-Gegner im Rahmen der Schlichtung nicht auf ein (!) "K21"-Konzept einigen konnten. Das von Herrn Arnoldi vorgetragene Konzept wurde in den letzten Schlichtungsrunden immer wieder mit neuen Vorschlägen ergänzt bzw. widersprochen. Die gemeinsame Schnittmenge der diversen "K21"-Konzepte ist der Erhalt des Kopfbahnhofs - alle anderen unterschiedlichen Varianten haben mir kein konsequent durchdachtes "K21"-Konzept dargeboten.

2. Einige S21-Gegner haben sich durchgehend in allen Schlichtungsrunden hauptsächlich mit der Diskreditierung der Sachverständigen, Projektverantwortlichen und Entscheidungträgern beschäftigt, als mit dem Vortragen von Sachargumenten. Die Augenhöhe wurde immer dann verlassen, wenn persönliche Beleidigungen vorgetragen wurden. Menschen, die über andere Menschen in der Öffentlichkeit urteilen, sähen Unfrieden. Ich halte dieses Verhalten von Demokratie-VertreterInnen sehr bedenkenswert!

3. Mir wurden wieder einmal die "Macht der Bilder" vor Augen geführt. Das Bild des "alten" Stuttgarts 18xx ohne Bahngleise und das Bild des "neuen" Stuttgarts 20xx - vorgetragen durch den S21-Architekt Christoph Ingenhoven - haben mir verdeutlicht, dass Stuttgart zurückkehrt zu seinem ursprünglichen Stadtbild inkl. der Reminiszenz an das jetzige Bahnhofsgebäude. Ingenhoven hat es geschafft, das "alte" und "neue" Stuttgart architektonisch wunderbar zu vereinen.

Ich freue mich auf die Vollendung und wünsche den Projektverantwortlichen, dass sie sich ihrer Verantwortung weiterhin gewissenhaft stellen und die Risiken nicht ignorieren. Dann wäre gewährleistet, dass diese bauliche Veränderung Inspiration für nachwachsende Generationen sein kann.

Sonntag, 21. November 2010

"Der primitive Mensch als Vorbild"

"Was ist der Unterschied zwischen einem primitiven und einem ungebildeten Menschen?

Primitive Menschen sind keinesfalls ungebildet, sondern reichen ihr Wissen von Generation zu Generation in einer andere Form weiter. Einer Form, die auf einem stabilen Miteinander beruht.

Im Gegensatz dazu ist eine ungebildete Person das Produkt einer modernen Gesellschaft, deren soziales System ausgehöhlt ist und das Miteinander nicht kennt."

Scheich Yamani (1981)

Freitag, 19. November 2010

7 Fragen nach 25 Stunden "S21-Schlichtung-TV"

Die anstehende Landtagswahl im Jahre 2010 in Baden-Württemberg wurde von oberster politischen Stelle als Volksentscheid über "Stuttgart 21" erhoben.

Nachdem ich nun mehrere Stunden "S21-Schlichtung-TVs" hinter mir habe, bestätigt sich in mir die Erkenntnis, dass ich doch sehr wenig über die immer komplexer werdende Welt bescheid weiß. Fachwissen der Experten und mein Bildungsniveau als Wähler scheinen sehr weit auseinander zu liegen.

„Siehe überall mit deinen Augen. Verunstalte nichts. Wie die Folgerungen fließen, so lass sie fließen. Hemme ihren Strom nicht; lenke ihn nicht.“ - so lautet ein Zitat von Gotthold Ephraim Lessing aus dem 18. Jahrhundert. Mit diesem Zitat im Hinterkopf habe ich mir selbst die Aufgabe gestellt, in "Betrachtung aller Sachargumente", mir mein eigenen Bild zum Themenkomplex "Stuttgart 21" zu machen.

Bei meiner Meinungsbildung stellen sich mir heute folgende grundsätzliche Fragen:
  1. Wie kann Expertenwissen so aufbereitet werden, dass die Bürgerschaft Projektverläufe nachvollziehen kann?
  2. Wie überwinden unsere zu wählenden Volksvertreter/Innen ihre fachliche Wissenskluft?
  3. Lassen sich durch emotionalen - zum Teil unsachlichen - Populismus Wahlen gewinnen?
  4. Haben Stammtisch-Argumente in einer Fachschlichtung ihren Raum?
  5. Wie lässt dich "Frieden stiften", wenn Misstrauen dem Nächsten gegenüber nie ausgeräumt wird?
  6. Besteht "Politik der Gegenwart" lediglich aus rhethorischen Arenen, die auf Selbstdarstellung aus sind und nicht auf dem Abwegen von den bestmöglichen Optionen für das Gemeinwohl inkl. Konsensbereitschaft?
  7. Ist jemand, der gegen etwas ist auch einmal für etwas?
Positiv habe ich zu vermelden, dass ich nach über 25 Stunden "S21-Schlichtung-TVs" nun ein sehr gutes Bild davon habe, über was ich eigentlich abstimmen darf. Meine finale Entscheidung vertage ich allerdings - wie Schlichter Heiner Geißler - auf den 29. November 2010.

Donnerstag, 18. November 2010

3 Tipps zum "Nicht-Langweiligen-Storytelling"

Wer kennt das nicht? Man liest ein Buch, schaut einen Film oder sitzt im Gottesdienst und irgendwann schiebt sich eine Emotionen immer mehr in den Vordergrund: Langeweile! Ebenso manifestiert sich ein einzelner kurzer Satz in der eigenen Gedankenwelt und macht einen taub für den/ die Erzählenden: "Na und?"

Anscheinend hat es der/ die Autor/in, der/ die Regisseur/in oder der/ die Liturg/in nicht geschafft, meine Neugierde zu wecken und den mentalen Entdeckerdrang - verknüpft mit der Frage "Und dann?" - aufrechtzuerhalten.

Rollenwechsel. Wie kann ich mit meinen Geschichten nun das "Nicht-langweilen" fördern? Hierzu einige Tipps:
  1. Ich biete dem/ der Hörenden/ Sehenden Orientierung: Worum geht es? Wo und wann spielt meine Erzählung? Um wen dreht es sich in meiner Geschichte?
  2. Ich bilde einen Handlungsknoten, um den sich die Geschichte dreht und der am Ende aufgelöst wird. Das kann ein innerer Konflikt sein, aber auch ein zu lösendes Problem,
  3. ich baue Brücken innerhalb meiner Geschichte zum Alltag des Publikums, in dem ich z.B. die Moral der Geschichte als Schlussfolgerung nicht unerwähnt lasse.
Bei der Umsetzung dieser Anregungen für zukünftige Projekte soll uns immer bewusst sein, dass sich unser Bauch ebenfalls bei unseren eigenen Geschichten zu Wort meldet. Wir könnten unseren Bauch als Kritiker/in ernst nehmen und bereits im Konstruieren unserer Erzählungen unserem Bauchgefühl vertrauen.

So wird uns zumindest beim Vortragen der eigenen Gedanken selbst nicht langweilig.

Mittwoch, 17. November 2010

"Ich und mein Leben"

"Die Kontinuität der eigenen Biographie wird eher durch die Zuordnung des eigenen Lebens in eine soziale Gruppe als durch eine Verflechtung der erlebten Ereignisse mit der eigene individuellen Entwicklung hergestellt."

aus: Einführung in die Erzähltheorie (8. Auflage)

Sonntag, 14. November 2010

Generationenwechsel erwünscht - deutschlandweit

"Sebastian Vettel wird jüngster Formel-1-Weltmeister aller Zeiten." Tolle Superlative, die heute Mittag Wirklichkeit geworden ist.

Der Weg dorthin soll nicht Thema meines Appells sein. Nein - ich wünsche mir weitere innovative Superlative. Ich wünsche mir einen Generationenwechsel - deutschlandweit!

Wie wäre es z.B. mit dem jüngsten Oberbürgermeister aller Zeiten oder mit dem jüngsten Vorstand aller Zeiten? Und das als Regel - nicht als Superlativ.

"Altes Deutschland" mach bitte Platz für Deine jüngeren Mitmenschen: Unterstütze die nachwachsende Generation durch Schaffung von Freiräumen und begleite diese schließlich bei der Umsetzung der neuartigen Visionen für eine gemeinsame bessere Zukunft.

Das Verlassen von mental festgetretenen Pfaden sollte zur obersten Maxime in der generationenübergreifenden Mobilmachung sein.

Und es kann gelingen - davon bin ich überzeugt!

Montag, 8. November 2010

"Die Welt rückt (digital) zusammen"

„Unser digitaler Planet besitzt die Größe und Form eines Stecknadelkopfes. Zu Beginn des nächsten Jahrtausends werden wir uns in digitalen Nachbarschaften zusammenfinden, in denen der physikalische Raum keine Rolle mehr spielt und in denen Zeit eine ganz andere Bedeutung bekommen hat.“

Nicholas Negroponte in seinem 1995 veröffentlichten Buch: "Total Digital"

Samstag, 6. November 2010

3D-Hype ohne Kinos ?

Was bleibt bei mir hängen vom "3D-Cinema-Workshop" im Münchner ARRI-Kino?

Drehen, Post-Produktion und Home Entertainment inkl. YouTube in 3D - alles (fast) kein Problem. Nur bei den eigentlichen Kathedralen der Filmindustrie - den Kinos - scheint es nicht ganz rund zu laufen.

Sollte sich das Weihnachtsgeschäft in Sachen 3D für Media Markt & Co. so entwickeln wie es erhofft wird, werden Anfang 2011 mehr "Displays" in deutschen Haushalten stehen, als es 3D-fähige Kinos (deutschlandweit ca. 400) gibt.

Und bei den Kinos, die es gibt, wurde uns im Rahmen des Workshops folgende Mängelliste präsentiert:
  • Die Projektoren sind teilweise falsch justiert und zu lichtschwach. In Kombination mit der falschen Leinwand kann es zu einem enormen Qualitätsabfall kommen,
  • die Architektur einiger Kinos lässt 3D gar nicht zu. Es kommt somit nur auf einigen wenigen Sitzplätzen das optimale 3D-Feeling auf. Das Resultat: Kopfschmerzen bei den Betrachtern auf den sub-optimalen Sitzplätzen,
  • es gibt kein einheitliches Brillenformat und - vor allem - keine Brillen für das junge Publikum ab 10 Jahre,
  • es kommt vor, dass die Brille und der Projektor nicht kalibriert sind und somit es zu einer falschen Farbwiedergabe kommen kann.
Die Gefahr, dass der gefundene Mehrwert von Kinobetreibern auf's Spiel gesetzt wird, ist nicht von der Hand zu weisen. Deutsche Filmproduzenten begeben sich somit auf dünnes Eis, wenn das Einspielergebnis in Abhängigkeit von "Nicht-beherrschen-von-Technik" steht.

Ich für meinen Teil werde mich auf "YouTube 3D" stürzen. Das Risiko ist für mich und meine Kunden akzeptabel und vor allem finanzierbar. Und der Zuschauer sitzt an seinem Rechner in optimaler 3D-Position - in der Mitte und in der ersten Reihe!

Samstag, 30. Oktober 2010

Mein Wort zum Reformationstag

"(1) Die unterbewusste Überprüfung des Beziehungsstatus, (2) die reflexartige ängstliche Beziehungsverweigerung, (3) das sachbezogene Recyceln von Halbkenntnis, (4) die mangelnde Chancenauswertung des Zeitgeistes und (5) der Mangel an nachhaltigen Beziehungsnetzwerken limitiert Kirchengemeinden in ihren Möglichkeiten."

Ulli Naefken, 30.10.10

Samstag, 16. Oktober 2010

7x Schule 2.0

"Mashable" stellt 7 Social Media Tools für Lehrerinnen und Lehrer vor: 7 Fantastic Free Social Media Tools for Teachers. Werfen Sie einen Blick in die schulischen Möglichkeiten 2.0!

Quelle: http://www.mashable.com

Samstag, 2. Oktober 2010

3 Tipps wie Deine Videos besser werden und somit mehr Zuschauer finden


1. Filme schauen - immer wieder!

Alle FilmemacherInnen sind selbst ZuschauerInnen. So ist es wichtig, viele Filme zu schauen: Auf der Suche nach Nachschub wirst Du fündig bei YouTube & Co., in Deinem Kino, im TV, im iTunes-Store im DVD-Regal oder als Beileger diverser Print-Magazine.

Schon während dem Schauen entwickelt sich in Dir ein Gefühl (Langeweile?), ob Dir der Film gefällt oder nicht. Dem Gefühl musst Du nachgehen und es erforschen. Manchmal kann man von einem schlechten Film mehr lernen als von einem Blockbuster.

Jetzt sehe Dir Deine Erstlingswerke noch einmal an und beginne auch hier die kritische Qualitätskontrolle. Uupps - Du wirst selbst merken, was Du besser machen kannst ...


2. Optimiere Deine Fähigkeiten!

Das Leben ist einem stetigen Wandel unterworfen. Stillstand ist Rückschritt! So ist es wichtig, dass Du Deine technischen und kreativen Fähigkeiten optimierst. Konzentriere Dich dabei nicht nur auf ein Thema (3D, YouTube, Kamera, Regie, Schnitt usw.), sondern versuche die Gesamtheit des Produktionsprozesses zu begreifen und für Dich und Deine Filme einzusetzen.

Diese Art zu denken, bietet Dir ungehörige kreative Möglichkeiten. Sie macht Dich unabhängiger und flexibler. Dass bedeutet nicht, dass Du Dich als kreative One-(Wo)Man-Show entwickeln sollst. Nein - es macht das Arbeiten im größeren Team einfacher, wenn Du ein Gespür dafür entwickeln konntest, was der jeweilige Experte in Deinem Team zu leisten im Stande ist.


3. Werde ein besserer Mitmensch!

Als Filmemacher agierst Du nicht im luftleeren Raum. Du wirst Menschen (Filmkollegen, Kunden u.a.) benötigen, um Deine Arbeit machen zu können: Filme erzählen Geschichten von Menschen, Filmemachen ist Teamwork, Filme benötigen Publikum.

Wenn Du neugierig und vorurteilsfrei auf Deine Mitmenschen zugehst, werden sie Dir nicht nur ihre Lebensgeschichte erzählen, sondern auch Deine treuersten Fans. Und: Deine Filme erhalten eine neue Qualität.

Freitag, 24. September 2010

"Gierig nach Veränderung?"

"Aus der großen Mehrheit der Antworten der CEOs lässt sich schließen, dass das Unternehmen der Zukunft geradezu gierig nach Veränderungen ist. Im Unterschied zu früher wird es sich nicht mehr damit zufriedengeben, auf Veränderungen lediglich zu reagieren, sondern wird Veränderungen selbst aktiv vorantreiben.

Das Unternehmen der Zukunft wird Trends anführen, nicht hinterherlaufen, es wird das Thema Innovation viel aggressiver angehen und von Natur aus revolutionär agieren. (...)

Nicht selten machen Veränderungen in den Geschäftsabläufen und in der Unternehmenskultur eine grundlegende Neuaufstellung einer Organisation nötig. Für ein Unternehmen der Zukunft werden derartige Veränderungen keine Ausnahme, sondern die Regel sein."

Quelle: Martin Jetter, Vorsitzender der Geschäftsführung der IBM Deutschland GmbH

Mittwoch, 15. September 2010

Finanzamt. Vom Zauber der Zahlen.

"Im Jahr 2005 geschah dies: Ein Rentner, nenne wir ihn Herrn K., macht seine Steuererklärung, in der er Zinseinkünfte von 11 000 Euro angibt. Es waren aber 18 000. Der Rentner merkt's und stellt das beim Finanzamt richtig. Die Sachbearbeiterin schreibt die Zahlen hintereinander: 1 100 018 000 Euro. Nun betragen die Zinseinkünfte 1,1 Mrd. Euro, grob. Es ergeht ein Bescheid über 200 Mio Euro.

Herr K. lacht und ruft das Finanzamt an. Die Sachbearbeiterin lacht nicht, sagt aber immerhin sofortige Änderung zu. 14 Tage später frisst der Bankautomat die EC-Karte. Die Bank teilt Herr K. mit, das Finanzamt habe sein Konto mit 13. Mio Euro belastet. Kann eine EC-Karte schon mal zerlegen. Herr K. geht zum Anwalt, ein Schrieb ans Finanzamt und schon erledigt.

Der Anwalt berechnet seinen Kostensatz nach Streitwert, 200 Mio., aha, macht 2,5 Mio.

Finanzamt sagt nein, Anwalt klagt, Anwalt gewinnt, Anwalt erhält 2,5 Mio Euro. Ein schlapper Brief.

Herr K. lacht."

Quelle: Mein Abreißkalender auf dem Schreibitsch

Dienstag, 31. August 2010

Auf der Suche

"Was der moderne Mensch sucht, ist nur eine "Fata Morgana", die umso mehr zerfließt, je mehr er ihr nachjagt."

Quelle: unbekannt

Dienstag, 17. August 2010

"Internet - Den Mist braucht keiner!"

Im Zuge der medial einseitig geführten "Google-Street-View"-Debatte stelle ich fest, dass die Generation "ü40+x" in Sachen "Internet" überfordert zu sein scheint: "Ich habe keine Ahnung!" höre ich hier und dort. Und: "Den Mist braucht keiner!".

So einfach sieht die mediale Realität leider nicht aus. Das Internet wird von fast 50 Millionen Deutschen genutzt und ist nicht mehr aus unserem Medienalltag wegzudenken.

Also wird es höchste Zeit, sich intensiv mit den Mechanismen vertraut zu machen!

Egal, ob Buch, Zeitung, Fernsehen oder eben Internet: Man sollte sich auf das Medium einlassen, seine Spielregeln kennen lernen.

Bevor ich z.B. den Inhalt eines Buches verstehen kann, sollte ich a) lesen lernen, b) textliche Sinnzusammenhänge verstehen lernen und c) mir ein Buch kaufen oder ausleihen.

Im Internet gilt das ähnlich: Ich sollte a) einen Computer bedienen können, b) die vernetzte Kommunikationskultur verstehen lernen und c) anfangen im Web zu surfen.

Learning by doing heißt die Devise. Nur so können Vorurteile vor diesem neu-artigen Medium abgebaut werden!

Sollten Sie mit Ihren ersten Web-Gehversuchen überfordert sein, stehe ich Ihnen und Ihrer Firma/ Ihrem Verein/ Ihrer Einrichtung gerne in Form eines Coachings/ eines Workshops/ eines Vortrags zur Verfügung.

Ich surfe seit über zehn Jahren im Web - gerne zeige ich Ihnen sehr gerne "wie es geht".

Samstag, 7. August 2010

Alle "Digital Natives" sind Raubkopierer?!

Bei der Lektüre der aktuellen Ausgabe "blickpunkt:film" (32/10) kann man erstaunliche Ansichten zum Umgang mit (angeblichen) digitalen Raubkopierer gewinnen - der medial vereinbarten Realität entstammen ja irgendwie alle "Digital Natives" der Kaste der Piraten!?!?

  • "Studenten deutscher Filmhochschulen waren (von Constantin Film) aufgerufen, Konzepte für Spots zu entwerfen, die das Thema Piraterie zeitgemäß in den Fokus rücken."

Wettbewerbe solcher Art sparen Entwicklungskosten. Aber ist das Geld auch sinnvoll angelegt? Ich bin mir da nicht so sicher, da mit solchen Kampagnen oft die zahlungswillige Kundschaft als potentielle Kriminelle gebrandmarkt werden. Ein Dank für das Einkaufen von kreativer Leistung wäre angebrachter und würde das Thema mit positiven Emotionen besetzen. Ein Vorschlag hierzu kommt aus Italien:

  • "Man sollte Filmpiraten als potenzielle Kunden ansehen, um deren Bedürfnisse sich niemand kümmert. Wenn wir ihnen unsere Filme zu einem fairen Preis überlassen, brauchen sie sich diese nicht illegal zu beschaffen."

Genau meine Meinung! Ebenso sollte das Bildschirm- bzw. Leinwandmonopol gebrochen werden. Ich will erworbenen oder selbst produzierten Content auf allen mir möglichen Plattformen präsentieren und konsumieren können.

  • "Das industrieübergreifende Konsortium DECE (60 Firmen minus Apple und Disney) hat mit UltraViolet den Markennamen eines neuen Standards für digitale Inhalte bekannt gegeben. Ziel der Initiative ist es, Konsumenten ein virtuelles Filmregal zu bieten, mit dem sie einmal gekaufte Produkte zu jeder Zeit und auf jedem Gerät ansehen können."

Das der digitale Vertrieb zu einem "mehr" an Einnahmen führt, zeigt der Artikel:

  • "USA: Digitalvertrieb überholt Blu-ray"

Ein Miteinander anstelle eines Gegeneinanders ist der Mittelweg, der technische Kompromissbereitschaft und einen Vertrauensvorschuss beinhaltet. Packen wir es an!

Freitag, 30. Juli 2010

FSK-Prüfung beim "Media Markt"

Das folgende ist mir heute wirklich passiert: Ich gehe als volljähriger tv-serien-affiner Konsument zum "Media Markt", um die 1. Staffel von "Desperate Housewives" für einen Schnäppchenpreis käuflich zu erwerben.

Frage des Kassierers: "In welchem Jahr sind Sie geboren?" - Ich: "Wie bitte?" - Kassierer: "Wir müssen seit 1. Juli 2010 eine FSK-Prüfung vornehmen: Werden Sie diese DVD verschenken?" - Ich: "Nein - die ist für mich!" - Kassierer: "Gut. Bei FSK 12 müssen wir Sie lediglich fragen - bei FSK 18 müssten wir dann noch Ihren Personalausweis sehen." - Ich: "Ich bin Jahrgang 1979 - reicht das!" Der Kassierer quittiert die FSK-Prüfung auf dem Kassenzettel:




Genau nebenan gibt es den "Müller" - auch hier verschlägt es mich in meiner Schnäppchen-Jagd und ich werde auch fündig: die ersten beiden Staffeln von "Lost" (FSK 18!!!). Ich gehe zur Kasse - bezahle - keine FSK-Prüfung! Ich kläre auf, da ich ja jetzt meinen Personalausweis vorweisen müsste. Kassiererin: "Ist mir nicht bekannt, aber ich gebe es weiter!" und dann ergänzt Sie: "Anstelle von nem Stempel bekommen Sie bei uns einen Gutschein auf Ihrem Bon!"


Wie kann man Kaffee bei "Starbucks" umtauschen?

Ganz einfach: Siehe Kassenbon, den ich vorgestern im Nürnberger "Starbucks" gemeinsam mit dem frischen Kaffee erhalten habe:


Donnerstag, 29. Juli 2010

Was gehört ins Impressum?

Immer wieder stehen Webmaster vor der kniffligen Frage: Was gehört an Daten ins Impressum? Ein Blick ins Gesetz liefert meistens die Antworten (inkl. der Erkenntnis, dass die Angabe der Steuernummer nie verlangt wurde bzw. verlangt wird!).

Zur Zeit sind drei gesetzliche Quellen relevant:
Oft vergessen wird "bei erlaubnispflichtigen Tätigkeiten Name und Anschrift der zuständigen Behörde" und "falls eine Berufshaftpflichtversicherung besteht, Angaben zu dieser, insbesondere den Namen und die Anschrift des Versicherers und den räumlichen Geltungsbereich."

Also Impressum checken und Rechtssicherheit genießen!

Dienstag, 27. Juli 2010

Welcher YouTube-Producer-Typ bist Du?

Im Bewegt-Bild-Markt bewegen sich z.Zt. drei Marktteilnehmer: die „Schülerproduzenten“ - die „alten Produzenten“ - die „neuen Produzenten“.

Typ A) Echte „Schülerproduzenten“ sind subjektive Experten in ihrem Content-Bereich. Sie investieren eine Menge Ressourcen (Zeit und Geld) für ihr Thema und produzieren Content - meist ohne ein Rechte- und Lizenzbewusstsein.

Typ B) Die „alten Produzenten“ sind erst einmal keine Experten im jeweiligen Content-Bereich. Sie haben ein Finanzierungsdenken: Wie hoch sind die Kosten? Wie lässt sich das Finanzieren? Gibt es einen Auftraggeber? Hier werden Ressourcen erst freigegeben, wenn die Finanzierung gesichert ist. Um das Risiko zu minimieren werden alte bekannte Produktstrukturen eins zu eins ins Web übertragen (siehe Mediatheken von ARD und ZDF).

Typ C) Die „neuen Produzenten“ sind eine Mischung aus den oben beiden Marktteilnehmern: Sie bringen Leidenschaft für ein inhaltliches Thema mit, die Ressourcen und ein geerdetes Honorardenken. Da über das Internet die Vertriebskosten wegfallen, fallen lediglich die Produktionskosten an. Die „neuen Produzenten“ beobachten den Bewegt-Bild-Markt sehr genau und sind inhaltlich sehr experimentierfreudig. Das Optimum ist eine Refinanzierung der Produktionen für den Kunden über das Internet.

Ich gehöre dem "Typ C" an! Schon vor meinem Studiums an der Filmakademie Baden-Württemberg habe ich mit dem Sammeln von Erfahrung als Producer im Bewegtbild-2.0-Sektor angefangen.

Samstag, 17. Juli 2010

Ein Zwischenruf zu "Lokale Blogs als Chancen erkennen"

TENDENZ 2.10, das Magazin der Bayrischen Landeszentrale für neue Medien beleuchtet das Thema "Journalismus unter Zugzwang - Medien im Zeitalter des sozialen Netzes". Im Leitartikel von Ulrike Langer wird u.a. das Thema "Lokale Blogs als Chancen erkennen" behandelt: www.blm.de/apps/documentbase/data/pdf1/Titelthema.pdf

Ein Zwischenruf

Ein "lokaler Blog als Chance" macht nur dann Sinn, wenn er die Zielgruppe zusammenführt, d.h. die Heimatverbundenen vernetzt. Das Zusammenführen sollte Offline wie Online erfolgen. Dies beinhaltet ebenfalls eine geduldige Vermittlung von Medienkompetenz in Sachen "Was ist ein Blog überhaupt?". Vielen ist Papier (Zeitung etc.) als bekanntes Medium vertraut. Online-Wege der Öffentlichkeitsarbeit sind Neuland für viele Vereine, Institutionen und Behörden. Hier heißt es zu sensibilisieren!

Eine bloggende Fundamental-Opposition, die anprangert und denunziert, wird sich Chancen auf eine stetig wachsende Reputation verbauen. Auf lokaler Ebene bleibt man als Blogger nicht anonym, sondern trifft seinen "Gegner" spätestens im Supermarkt.

Man muss nicht immer einer Meinung sein! Ein Forum zum fairen Gedankenaustausch wäre die Chance für einen Blog (inkl. seiner Kommentarfunktion). Wer sich nicht an der Diskussion im Netz beteiligen möchte, kann sich diese Freiheit nehmen. Journalistische Fundamental-Opposition, die den lokalen Mitbewohnern die Freiheit auszureden versucht, hätte lediglich das Niveau eines tratschenden Kaffeekränzchen bzw. anschwärzenden Leserbriefs.

Mittwoch, 7. Juli 2010

Toiletten-Spiegel-TV




Da geht man in Radolfzell in einem Restaurant auf's Klo und begegnet beim Händewaschen einem "Toiletten-Spiegel-TV". Durch dieses WC-Entertainment dauerte das Händewaschen länger als die Toilette selbst!?!

Samstag, 26. Juni 2010

VStättV 2.0




Entdeckt für alle Eventmanager auf diesem Planeten: Das Vuvuzela-Verbotsschild ist mir gestern auf der teennight in Dobel begegnet. Über die Höhe des Ordnungsgeldes bei fahrlässigem Verstoß ist mir nichts bekannt. Vorschläge?

Mittwoch, 23. Juni 2010

Was macht ein Produzent?

"Seine Aufgabe sei es, in der Massengesellschaft Kommunikation zu stiften, Austausch anzuregen und Lernprozesse in Gang zu setzen. Er besitzt die Möglichkeit, Strukturen im System zu erkennen und Essenzen des Lebens zu erforschen. Sich in andere Perspektiven hineinzuversetzen sei wie eine Reise. Auf dieser sollen sich die Macher, aber auch die Protagonisten und das Publikum begeben."

"Das Erfolgsgeheimnis bzw. das Talent des Producers besteht darin, externe Chancen im Kontext von Märkten, Wettbewerbern und Publikum mit den internen Ressourcen in Gestalt von Kompetenzen, Fähigkeiten und Stärken in Übereinstimmung zu bringen."

Quellen: unbekannt

Montag, 21. Juni 2010

Das Internet-ABC - heute: "CACHE"

Problem: "Hallo Herr Naefken, mit dem mir zur Verfügung stehenden Link komme ich auf eine Version, in der die Änderungen noch nicht aufgenommen sind. gez. Ihr Kunde"

Grund: "Webbrowser benutzen einen Zwischenspeicher, genannt Cache. Dadurch werden die Seiten aus dem Internet schneller angezeigt, weil man die Dateien nicht dauernd neu herunterladen muss.

Wenn sich nun eine Webseite ändert, kann es sein, dass noch der alte Inhalt aus dem Cache angezeigt wird. In diesem Fall hat der Browser noch nicht genug Zeit gehabt, den Cache automatisch zu aktualisieren.

Daher muss man den Browser-Cache manuell löschen und einen Reload machen."

Eine Lösung: Wenn Sie nach dem Öffnen der Website im Browser gleichzeitig die Tasten "Ctrl" und "F5" bzw. "Strg" und "F5" drücken, dürfte die neueste Version geladen werden.

Donnerstag, 3. Juni 2010

Schweizer Rückblick zum Rücktritt Horst Köhlers

"Das das Interview im Nachzug zu seiner Afghanistan-Visite stattfand, wurde es von vielen sofort als Kommentar zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr verstanden - und da und dort wohl auch gezielt missverstanden. Linke, Sozialdemokraten und Grüne, aber auch Experten des internationalen Rechts und einige Politiker der Union protestierten energisch; die Medien, erfahren im Ausspähen lukrativer Missverständnisse, schlugen gnadenlos auf die Pauke. Dass der Bundespräsident durch einen Sprecher alsbald präzisieren liess, seine Bemerkungen hätten sich auf die vom Parlament beschlossenen Einsätze der Bundeswehr wie zum Beispiel die Operation Atalanta gegen die Piraterie vor Somalia bezogen, wurde kaum noch gehört. Man hatte den "Skandal", und man gab ihn nicht mehr her.

Natürlich waren die Aussagen Köhlers im höchsten Grad unglücklich. Von einer imperialen, kriegerischen Grundeinstellung aber zeugten sie mit Sicherheit nicht, dass wussten alle, Bürger wie Politiker. Doch diese triviale Erkenntnis spielt keine Rolle mehr. Die von steter Hysterie geprägten Regeln des politischen Geschäfts griffen. Nun hat sich Köhler diesem Geschäft durch einen verzweifelt anmutenden, vielleicht allzu spontanen Schritt entzogen."

Quelle: NNZ - Internationale Ausgabe

Sonntag, 9. Mai 2010

Die "Demokratie-Krise"

Liebe Politiker,

als politisch Interessierter verfolgte ich gerade die ersten Prognosen und Hochrechnungen aus NRW - als GEZ-Zahler auf den von mir gesponserten Kanälen. Und was musste ich feststellen: die "Nichtwähler-Partei" stellt die stärkste Fraktion - mit ganzen 41 % - in Bochum sogar mit 60,2 %.

SCHNITT - Kraft & Co. lassen sich von ihren Parteien feiern. Mal wieder zeigt sich, dass am Wahlabend die Parteien nicht für ihre Wählerinnen und Wähler da sind, sondern für den politischen Lebenslauf der Kandidatinnen und Kandidaten. Demut und Dankbarkeit, anstelle von Parolen würde ich via ARD und ZDF gerne sehen!

Nach Finanz- und Griechenland-Krise rufe ich hiermit die Demokratie-Krise aus! Es wird an der Zeit, dass man auf die Nicht-WählerInnen aktiv zugeht und sich nicht hinter Vorwürfen verschanzt. Hierzu sollte der gesamte politische Apparat mobilisiert werden - sonst können wir die deutsche Demokratie gleich auf's Abstellgleis schicken und hoffen, dass es keiner mitbekommt - außer vielleicht eine kleine facebbook-Gruppe mit den Namen "Ich geh zur Wahl!".

gez. Ulli Naefken

Mittwoch, 21. April 2010

"Wir Kinobetreiber müssen digitaler Denken!"

Dieses Zitat von Dr. Thomas Negele (HDF KINO-Vorstand) vom gestrigen ersten Tag des alljährlichen Kinokongress' in Baden-Baden habe ich immer noch im Ohr. Ich bin mir nicht sicher, ob das Zitat als eine Vision gedacht war oder eher nebensächlich als ein verstecktes Credo?

Als "Digital Native", "Bewegtbild-2.-0-Producer" und fleißiger Kinogänger machte ich mich gestern auf die Expedition Kinokongress. Am Ende des Tages verließ ich Baden-Baden mit dem Gefühl als einsamer Rufer am (anderen) digitalen Ufer zu stehen.

Vom Programm her begann der Tag mit einem sehr mutigen Vortrag:

"Moving Pictures – From Social Web to Outernet

Norbert Hillinger, Director TrendONE Berlin und Leiter der Digital Entertainment Trend Unit bei TrendONE, spricht über Kino- und Filmtrends in der Medienevolution.

Die Zukunft des Bewegtbilds hat mit dem Social Web begonnen und führt die Entertainmentindustrie nun ins Outernet. Das Internet explodiert auf die Straße. Die ganze Welt wird zum Hyperlink und für die Unterhaltungsbranche ergeben sich dadurch bisher nicht wahrgenommene Möglichkeiten für Marketing, neue Businessmodelle und Services. Wir laden Sie ein zu einer multimedialen Trendreise: Jump into the Outernet!"

Die wenigen verbliebenen Gäste im großen Auditorium begannen diese Art von medialer Realität mit Humor, dem Zugeben von Überforderung und Schockstarre zu kommentieren. Somit war der erste Versuch "digitaler zu denken" ohne nachhaltige Wirkung. Im Foyer wurde ich dann allerdings von der iPhone-Flut überrascht. Somit ist diese mobile Webwelt anscheinend doch den Besucherinnen und Besuchern vertraut - nur konnte der mentale Schalter noch nicht umgelegt werden, dass dieser mobile Bildschirm in Konkurrenz zur großen Leinwand steht bzw. als Partner für lokalen Kinocontent gewonnen werden könnte.

Das digitale Denken wurde dann erneut von uns eingefordert als es um die Präsentation des technischen Systems zum Vertrieb von digitalem Content ging:

"DCP-Germany: Die Branchenlösung von Kinobetreiber für Kinobetreiber

Welche Technik und welches Geschäftsmodell stecken dahinter? Was sind die Vorteile für das Kino und die Kinobranche? Erste Erfahrungen in Testkinos …

Referent: Richard Kummeth (DCP-Germany GmbH)
Moderation: Rolf Zauleck (Forum Film Mediengesellschaft mbH)"

Die Vordenker haben saubere Arbeit geleistet. Die Abläufe ergeben alle Sinn und wurden durch den Neu-Gesellschafter "Fraunhofer" belohnt. Aber: Die digitale Welt besteht noch aus viel mehr Bewegtbild-Content, der vielleicht nach einer Aufarbeitung ebenfalls auf der Kinoleinwand gezeigt werde könnte: "User Generated Video" mit Handy, Kamera etc. werden - und da bin ich mir 100% sicher - eine lokale Möglichkeit sein, Publikum vor Ort an die Kinos zu binden.

Mir und meiner Firma uLNa.STUDIOS liegen digitale Werbespots etc. von Kunden vor, die wir primär für YouTube produziert haben, die aber auch für die digitale Kinoleinwand geeignet sind. Ich will damit sagen: Lokaler Content liegt vor - wie lässt dieser sich in das System einspeisen?

Wie schützen sich nun die Premium-Content-Lieferanten gegen den digitalen Trend? Mit der eingeforderten digitalen Nacktheit aller Kongress-Gäste vor den Trailer-Rollen-Präsentationen! Wie in Trance gaben alle Gäste widerstandslos (ich auch!?) ihre mobilen Geräte vor dem Betreten des Auditoriums ab und wurden anschließend noch per Nachtsichtgerät weiter beobachtet. In der heutigen medialen Realität muss Premium-Content anscheinend so viel wert sein, dass er wie in einem Hochsicherheitsgefängnis geschützt werden muss.

Was wäre wenn? Die gezeigten Trailer werden in Kürze überall verfügbar sein. Ich hätte gerne meinem kino-affinen Netzwerk einige Filme bewegtbild-artig ans Herz gelegt. Kann nun leider nicht - da die Vorkehrungen der "Großen" es nicht zuließ (P.S. Bei dem Einsatz von Finanzmittel für die Produktion ist mir der Vorwand im Ansatz verständlich).

Mein Fazit: Kino hat Zukunft - auch Dank der Digitalisierung. Aber Kino hat seine exklusive Leinwand-Garantie verloren. Die neuen Leinwände tragen wir mit uns herum. Somit entsteht auch neuer Content, der es wert sein kann, auch einmal den Weg auf die große Leinwand zu finden. Nur die "mentale Gefangenschaft" der handelnden Personen trübt ein wenig meine positive Grundstimmung. Und als Bonus bekommen wir dann noch den Premium-Content aus Hollywood oben drauf. Danke dafür! :-)

Donnerstag, 11. März 2010

"Alternate Reality Games: Schnitzeljagd zwischen den Welten"

"Mysteriöse Briefe, gruselige Akten, rätselhafte Websites - plötzlich landet man in einer Parallelwelt voll Verschwörungen und übersinnlicher Phänomene. Alternate Reality Games verbinden reale und digitale Welt zur Schnitzeljagd. Meist geht es um PR, trotzdem macht es Spaß. Ein Augenzeugenbericht."

Samstag, 6. März 2010

James Cameron: Before Avatar ... a curious boy

Essenz des Films: "Fail is an option - fear is not! ... Don't limitate yourself!!!"

Samstag, 27. Februar 2010

Mittwoch, 3. Februar 2010

"Farmville" - der virtuelle Kleingarten

"Social-Gaming: Umsatz mit virtuellen Güter knackt die Mrd-Marke

Wenn es darum geht, in Online-Spielen wie "Farmville" ein neues Bauernhaus oder einen flotten Trecker anzuschaffen, sitzt der Geldbeutel bei den Usern offenbar sehr locker. In diesem Jahr werden mit solchen virtuellen Gütern allein im US-Markt voraussichtlich 1,6 Mrd Dollar umgesetzt, so die Prognose des Reports "Inside Virtual Goods - The Future of Social Gaming".

Social Games wie das auf Facebook verbreitet "Farmville" machen gut die Hälfte des "Virtual Goods"-Marktes aus, hier wird für 2010 ein Umsatz von 835 Mio Euro erwartet. Ein ähnlicher Ansturm auf neue Produkte sei in der Gaming- Industrie bislang unbekannt gewesen, so Justin Smith von Inside Network.
Bei solchen Zahlen verwundert es nicht, dass die großen Player der Branche in Social-Gaming-Firmen investieren: Electronic Arts angelte sich beispielweise für 400 Mio Dollar das Unternehmen PlayFish."

von Marc Bartl

Quelle: http://www.kress.de

Freitag, 29. Januar 2010

Tablets statt Bezahlschranke: Ratschläge von Googles Chef-Ökonom an Nachwuchsjournalisten

"Hal Varian, Chef-Ökonom von Google, erklärte in einer Gastvorlesung an der University of California, dass er die Zukunft der Nachrichten auf Geräten wie dem iPad sehe. Vor Journalismusstudenten in Berkeley präsentierte er Google als Partner der Verlage, der ihnen dabei helfen wolle, durch Web-Technologien zu wachsen. "Ich denke, Zeitungen könnten die Daten, die sie haben, besser nutzen", zitiert "Advertising Age" Varian. Nötig seien ein besseres Targeting und ein verbessertes Messsystem für Anzeigeneffektivität.

Von Plänen wie denen der "New York Times", eine Bezahlschranke für ihre Inhalte zu errichten, hält Varian nicht viel: Sie seien zu leicht zu umgehen. Bisher würden viele Nutzer Nachrichten als Ablenkung bei der Arbeit lesen. Daher sollten Verlage auf Geräte wie das iPad setzen (kress.de vom 27. Januar 2009). "Nutzer werden Tablets sehr wahrscheinlich in ihrer Freizeit nutzen, und dies sollte doch sehr attraktiv für Verlage sein", so Varian. Wichtig sei daher die Frage, wie man das Zeitunglesen wieder zu einer attraktiven Freizeitbeschäftigung machen könne."


von Christian Lohmüller

Quelle: http://www.kress.de

Sparen, sparen, sparen

"Gespart werden muss deshalb im Haus nicht weniger. Er muss nun beweisen, dass er auch ohne Geld hinbekommt, was er schon mit Geld nicht geschafft hat."

Quelle: DER SPIEGEL 3/2010

Samstag, 23. Januar 2010

"Päpstlicher Appell: Gehet hin und bloggt"

"Das Internet wächst rasend schnell, weiß Papst Benedikt XVI. - und seine katholische Kirche soll den Anschluss nicht verpassen. Darum schwört der Pontifex seine Priester auf multimediale Glaubensverbreitung ein. Sie sollen die Botschaft Christi verstärkt ins Netz tragen."

Samstag, 16. Januar 2010

UNSER Predigt-Experiment ...

Ich möchte etwas Neuartiges ausprobieren und bin auf Deine Mithilfe angewiesen:



Im Rahmen meiner Prädikantenausbildung (= inner-kirchliche Ausbildung für ehrenamtliche GottesdienstdurchführerInnen) bereite ich eine Predigt für den 7. Februar 2010 um 10 Uhr in der Weinheimer Peterskirche vor. Grundlage der Predigt ist ein Abschnitt aus dem Hebräer-Brief (4. Kapitel, Verse 12+13).

Und jetzt kommst Du ins Spiel: Lese den unten von mir abgetippten Abschnitt durch und poste Deine ersten Gedanken, nachdem Du ihn gelesen hast: Wo spricht der Abschnitt Dich an? Wo legst Du Widerspruch ein? Was verstehst Du nicht?

Aber Vorsicht: Es könnte sein, dass ich Dich mit Deinen Gedanken anonym (!) in meiner Predigt zitiere. Somit werden aus Deinen Gedanken und meinen Gedanken UNSERE Predigt!

Los geht's! Hier nun die Bibelstelle in der Luther-Übersetzung:

"12 Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. 13 Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen."

Danke! :-)

Samstag, 2. Januar 2010

Appetit auf europäische Filme

"Es gibt in der Welt einen großen Appetit auf narrative Filme mit starken Charakteren, wie wir sie in Europa machen. Wir sind tolle Geschichtenerzähler, darin sind wir führend in der Welt." - Warum erzielt Hollywood trotzdem die größere Aufmerksamkeit? - "Die Filme sind gut, und sie vermarkten sie gut. Wir müssen einfach so gut werden wie sie. Es gibt vieles zu lernen von dem, was Hollywood macht. Ich stehe mit meinen Beinen in beiden Lagern und genieße es."

Sir Ben Kingsley,
im newsletter@filmstiftung nrw
(Ausgabe 7 - Dezember 2009)