Mittwoch, 29. Juli 2009

"Doppelter Auftrag"

"Es steht der Mensch in einem doppelten Auftrag: die Welt zu gestalten im Werk und zu reifen auf dem inneren Weg."

Graf Dürkheim

Montag, 27. Juli 2009

Fotographieren für Typographen


"Hallo.

Leider müssen wir Sie darüber informieren, dass Ihr Werk 15671497 nicht berücksichtigt werden kann, weil das Bild offenbar technische Mängel aufweist.



Das Foto hatte Mängel in folgendem Bereich:
  • Verschwommen/verwackelt oder Bildrauschen (z.B. kein Stativ benutzt etc.)
  • Über- oder unterbelichtet (z.B. zu hohe ISO-Einstellung, ungünstige Lichtverhältnisse)
  • Problem mit dem Bildausschnitt
  • Farben zu blass/satt
  • Zu viel/wenig Kontrast
  • Pixelfehler (u.a. falsche Belichtung)
  • Problem mit Interpolation (Vergrößerung nicht zulässig)
  • Freistellung nicht optimal (Motivränder unsauber etc.)
  • Lichspiegelung durch Objektiv
  • Zu hoher Reflektionsanteil (bei Blitzlichteinsatz)
  • Sensorflecken/Schmutz/Staub (DSLR)
(...)

Bitte nehmen Sie diese Ablehnung nicht persönlich und bieten Sie uns auch weiterhin Ihre Bilder an."

aus: eMail an ullosch am 26. Juli 2009

P.S. Ich gelobe Besserung - im Gegenzug arbeiten Sie bitte an Ihrer Typographie. Danke!

Donnerstag, 23. Juli 2009

"Wenn wir ehrlich sind..."

"Bedroht werden wir doch nicht von einer anderen Religion, sondern vom unaufhaltsamen Rückzug der eigenen auf wenige Leute."

aus: "Die Unbeholfenen" von Botho Strauß

Mittwoch, 8. Juli 2009

"An das Publikum"

"O hochverehrtes Publikum,
sag mal: Bist du wirklich so dumm,
wie uns das an allen Tagen
alle Unternehmer sagen?
Jeder Direktor mit dickem Popo
spricht: "Das Publikum will es so!"
Jeder Filmfritze sagt: "Was soll ich machen?
Das Publikum wünscht diese zuckrigen Sachen!"
Jeder Verleger zuckt die Achseln und spricht:
"Gute Bücher gehn eben nicht!"
Sag mal, verehrtes Publikum:
Bist du wirklich so dumm?

So dumm, daß in Zeitungen, früh und spät,
immer weniger zu lesen steht?
Aus lauter Furcht, du könntest verletzt sein;
aus lauter Angst, es soll niemand verhetzt sein;
aus lauter Besorgnis, Müller und Cohn
könnten mit Abbestellung drohn?
Aus Bangigkeit, es käme am Ende
einer der zahllosen Reichsverbände
und protestierte und denunzierte
und demonstrierte und prozessierte...
Sag mal, verehrtes Publikum:
Bist du wirklich so dumm?

Ja dann...
Es lastet auf dieser Zeit
der Fluch der Mittelmässigkeit.
Hast du so einen schwachen Magen?
Kannst du keine Wahrheit vertragen?
Bist also nur ein Griesbrei-Fresser-?
Ja, dann...
Ja, dann verdienst dus nicht besser"

Kurt Tucholsky

"Phantasien helfen uns"

"Für Kinder ist es sehr wichtig, sich im Spiel eine eigene Welt zu erschaffen. Und ich glaube, dass wir dieses Bedürfnis als Erwachsene nicht verlieren. Phantasien helfen uns, das tagtägliche Leben zu meistern.
Stellen Sie sich vor, Sie würden in einer Fleischfabrik von morgens bis abends Würste vollstopfen oder 14 Stunden am Tag hinter dem Steuer eines Taxis sitzen. Dann hätten Sie vielleicht auch den Wunsch, sich nach der Arbeit bei einem Glas Bier oder einem netten Film zu entspannen.
Bewusstsein ist sehr wichtig, aber manchmal muss es ausgeschaltet werden. Sonst könnten wir unser Leben nicht genießen. Und es ist sehr kurz."

Meryl Streep, aus: Der Spiegel 6/2009

"Kreativ zu sein ..."

"Kreativ zu sein, heißt, an einem Prozess teilzunehmen, dessen Ausgang unbekannt ist. Erst nach dem Akt des Erschaffens ist es manchmal möglich, den Weg zurückzuverfolgen zu den ersten unerwarteten Schritten, die von den Startbedingungen zum Resultat geführt haben. In der Mathematik nennt man diesen Prozess "chaotisch". Das bedeutet nicht, dass ein Prozess schlampig oder außer Kontrolle geraten ist. Es bedeutet einfach, dass der Prozess so unfassbar komplex ist, dass sein Ausgang nicht vorhergesagt werden kann, sondern erst im Nachhinein durch Näherungswerte umrissen und verstanden werden kann."

Judith & Garfield Reeves-Stevens

"Man kann die Natur nunmal nicht verändern.“

„Nein, Dad. Das glaube ich nicht! Willst Du wirklich glauben, dass die Zukunft nichts anderes bereit hält für uns als das?“

„Das sind nunmal die Fakten. Man kann die Natur nunmal nicht verändern.“

„Veränderung ist die Natur, Dad. Und wir können die Dinge beeinflussen. Wir beeinflussen sie durch unsere Entscheidung.“

„Wo willst Du hin?“

„Mit etwas Glück nach Vorne.“

Remy mit seinem Dad, aus: Ratatouille

"Die Leute fragen mich ständig ..."

„Die Leute fragen mich ständig, wie man Regisseur wird“, fuhr Cameron fort, „und ich sage ihnen, dass jeder sich seinen eigenen Weg suchen muss und dass ihnen nichts von dem, was ich ihnen über meine Erfahrungen erzähle, auch nur einen Millimeter weiterhelfen wird. Welches auch immer die Talente sind, wo auch immer die Stärken und Schwächen liegen, jeder muss seinen eigenen Weg finden. In der Filmindustrie bekommt man meistens ein Nein zu hören, und man muss lernen, ein Nein niemals als Antwort zu akzeptieren. Wenn man jemanden fragen muss, wie man ein Regisseur wird, wird man wahrscheinlich nie einer. Ich sage bewusst, wahrscheinlich. Wenn Ihnen das stinkt und Sie sich sagen, ,Diesem Cameron werde ich es zeigen! In vier Jahren bin ich Regisseur!’, dann gibt Ihnen das den verbissenen Ehrgeiz, ohne den man so etwas nicht durchziehen kann. Und wenn Sie dann Regisseur werden, sollten Sie mir danken und mir eine Flasche Champagner schicken.

Den „einen“ Weg ans Ziel gibt es nicht in Hollywood. Ob Ihr Berufsziel nun Drehbuchautor, Regisseur, Schauspieler, Produzent oder wie auch immer lautet, Sie müssen Ihren eigenen Weg finden und beschreiten. Erfolg in Hollywood basiert nicht allein auf Talent. Hartnäckigkeit und Entschlossenheit sind die Schlüssel zum Erfolg, erst dann kommt das Talent."

James Cameron

"Dem König dienen"

"Ich hab mal eine Rede gehört. Darüber, was es bedeutet ein Agent der CIA zu sein. Und der Mann, der die Rede hielt, sprach vom Kampf, die Zivilisation zu kontrollieren - und das wir immer den gleichen Kampf führen. Er benutzte das Mittelalter als Beispiel. Und er sagte, dass damals auf der einen Seite der pragmatische König stand, der gierig war und machthungrig und im Prinzip immer alle um sich herum ausnutzte. Und auf der anderen Seite stand die idealistische Kirche, die alle Zwang die selben Regeln zu befolgen, das selbe zu glauben und so. Und weder die Kirche noch der König hatte jemals ganz recht oder unrecht! Beide Seiten taten letzendlich schlimme Dinge, um zu kriegen, was sie wollten. Richtig schlimme Dinge! Aber die Moral von der Geschichte war die, dass dieser Kampf aus dem Mittelalter unverändert weiter geht. Dass die Kirche und der König vielleicht verschiedene Gestalten annehmen, andere Philosophien, aber dass sie sich immer bekriegen würden. Die Pragmatiker und die Idealisten und dass man am Besten beraten ist, wenn man in den Rängen steht und sie es ausfechten lässt. Aber dass immer mal wieder die eine oder andere Seite einfach beschließt, dass es besser wäre die ganze Welt in die Luft zu jagen, um sich durchzusetzen. Und wenn das passiert, kann man nicht mehr einfach nur herumstehen; man muss Partei ergreifen! Und so werden wir heute Nacht zumindestens dem König dienen!"

aus: The Closer - Folge "Der Maulwurf"